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2007

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INDEX phase 07 - 013 husar.tk

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Barbara Anna Husar ist bildende Künstlerin, Performerin, Regisseurin und Autorin. Sie studierte an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam, erhielt das österreichische Staatsstipendium und ist Hubert Berchtold Preisträgerin. In Berlin, Peking, Shanghai und Bilbao war sie u.a. Artist in Residence. Seit sieben Jahren besitzt¬†Barbara Anna Husar¬†eine Ziegenherde in der Wüste Sinai und sammelt die Nabelschnüre der neugeborenen Tiere. Eine Hängematte aus Nabelschnüren ist das finale Objekt dieser Intervention über das Fliessen von Informationen. Die Erfahrungen dieser vielschichtigen Auseinandersetzung werden in ihrem geräumigen Atelier in der ehemaligen Zuckerlfabrik in Brigittenau multimedial aufbereitet. Mittels Zeichnung, Malerei, Trickfilm, Foto, Objekt, Installation, Salon und Performance experimentiert und forscht Husar zwischen Ur- und Neuformen des Lebens. Barbara Anna Husars internationale Aktivität im Informationsaustausch zwischen Kulturen, Wissensgebieten und künstlerischen Medien beschreibt sie mit `Ich bin Teil, Zwischenteil und Teilchenbeschleuniger.

       

       

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Barbara Anna Husar : Am Rumpf des Weltalls brüten

Monika Machnicki, 2014

`Ich bin Teil, Zwischenteil, und Teilchenbeschleuniger` - so beschreibt Barbara Anna Husar ihre Aktivität im Informationsaustausch zwischen den Kulturen, Wissensgebieten und künstlerischen Medien. Der Informationsfluss und die Schnittstellen dienen der Weltengängerin zur Entwicklung ihres multimedialen Gewebes. Informationstechnologie und Nomadentum werden über das zentrale Sinnbild Nabelschnur reflektiert. Zeichnung, Fotografie, Trickfilm, Installation und Performance entwickeln sich dynamisch intuitiv. Das eine wird Stoff des anderen.

Mit einfachsten Dingen ( Frittiersiebe werden zu Meteoritenfallen ) gelingen Barbara Anna Husar Metaphern ursprünglichster Formgebung, welche zugleich die kosmische Verbundenheit der menschlichen Präsenz spiegeln. Archaik und Zeitgeist, Stoff und Zwischenraum, Alltägliches wie Absurdes werden in Barbara Anna Husars Werk zu einem individuellen Kosmos vereint.

Poetische Stempeltexte schildern den Zustand: `Stammzellen sitzen am Feuer und trinken Tee`, `Am Venushügel der Weltraumwiege` oder `Ich wiege mich zwischen meinen Synapsen in einer Hängematte aus Nabelschnüren. Diese `Hängematte aus Nabelschnüren` ist zentralutopisches Symbol wie reales Projekt. Husar sammelt die Nabelschnüre ihrer neugeborenen Wüstenziegen und verknüpft diese in naher Zukunft zu einer Hängematte.

Dabei bezieht sich die Künstlerin `auf die Freiheit der Perspektive und des Horizonts`, oder anders ausgedrückt `ich habe mich dem freien Erforschen der Wirkkräfte zugewandt . Sie muss nicht auf Kausales, Funktionszusammenhänge oder wissenschaftliche Logik Rücksicht nehmen. Ihre Logik ist werkimmanent und konsequent.



       

       

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kommunikationsmechanismen
informationsübertragung
datentausch
verbindung

anna rabbel,2007

von schnallen,fritteusen und nabelschnüren

über den roten faden in husars verbindungssinnbildern

in verknüpfungsentzücken vollzieht sich der urschnall 98 im sinaitischen urgestein mittels ausgedienter nomadensandalen, die nur noch für den transformationsprozess durch lichtfluss in weite weilen.
reliqute voller pfade,zeugnisse menschlicher berührung zwischen himmel und erde, schnallengekürt.
auf sonnenhartgetrockneten schuhgebilden werden ebendiese schnallenmechanismen zu akuten stimulis auf husars wüstenneuropiste.
sie verknüpft verbindungsmittler und brückenbauer mit dem sinnbild der permanenten synaptischen informationsübertragung in unser aller nervensystemen.
synapsis ist im griechischen die verbindung und wenn es geschnallt wird, dann ist es verstanden.
nach einem 6 jährigen werkzyklus über die schnalle (diplom: schnallen braucht zeit 2000, big buckling book 2004 )und der entwicklung von happy synaps, den feinstofflichen neuronalen stimulanzien widmet sie sich 2005 der fritteuse als mehrfachdimensional zusammengeschnalltem netzwerk und transformiert sie in die meteoritenfalle.

eine weitere empfängerstation, ein silberner uterus mit erhobenen eierstöcken lockt duftend zum informationsmarathon und der limbische gehorsam sowie olfaktorische mittlung zwischen den welten führen zur gründung der olfactory und ermittlung des herdengeruchs der wiener netzkultur.

die verbindung und das netzwerk sind somit in husars lyrisch kosmologischem schachspiel aufbereitet und münden 2006 mit economy class in einer kritischen inszenierung über die starren mechanismen des kunstbetriebs. innerhalb eines monats wird ein ausstellungs- und vernetzungsprojekt in kenia mit über 100 österreichischen künstlern erfolgreich und nachhaltig realisiert.

2007 fokusiert sich barbara husars suche auf ein weiteres basismaterial (nach schnallen und fritteusen) für das fliessen von informationen. sie findet die form in der nabelschnur.
der prozess data exchange spannt einen fliessenden bogen zwischen urbaner informationsflut und archaischer urform. im zuge dieses prozesses will sich husar eine hängematte aus den nabelschnüren ihrer eigenen wüstenziegenherde knüpfen.

abstrahierte kommunikationsmechanismen werden in unterschiedlichsten medien aufbereitet. ausgangsbasis ist immer die zeichnung. im zeichnen lokalisieren sich freie denkprozesse und werden dann in multimedialen organismen inszeniert.
augenblickliche annäherungen thematisieren die mechanismen des globalen milchflusses.


weitere projekte von barbara husar

www.husar.tk happysynaps olfactory economyclass